Eingabehilfen öffnen

Vogelperspektive auf eine bemalte Leinwand

Roberta Kahlo

Wenn Roboter zu Mit-Künstler*innen werden

Kreativität an der Schnittstelle von Kunst, Technik & Zufall?

Worum es geht

Die Methode »Roberta Kahlo« lädt dazu ein, künstlerische Prozesse an der Schnittstelle von Kunst, Technik und spielerischer Experimentierfreude zu erkunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Kreativität verändert, wenn nicht nur Menschen, sondern auch kleine Roboter aktiv am Gestaltungsprozess beteiligt sind. 

Dafür werden golfballgroße Fahrroboter farbdicht verpackt und anschließend als mobile Farbroller oder Pinsel eingesetzt: Sie fahren zunächst durch Farbe, nehmen diese auf und übertragen sie beim Rollen über große weiße Papierbahnen oder Leinwände. 

So entstehen durch Bewegung, Zufall und gezielte Steuerung abstrakte, lebendige und überraschende Bildwelten. 

Die Roboter lassen sich bei interaktiven Mitmachaktionen unkompliziert per Smartphone oder Tablet steuern – und eröffnen damit einen niedrigschwelligen Zugang für Teilnehmende ab 3 Jahren. Je nach Farbauswahl, Geschwindigkeit und Bewegungsmuster entstehen individuelle Muster, Spuren und Kompositionen, die sich gemeinsam reflektieren und weiterentwickeln lassen.  

Benötigte Materialien

Das erwartet dich

Der Sphero Mini ist ein kleiner kugelförmiger Roboter, ungefähr so groß wie ein Tischtennisball. Er lässt sich per Smartphone oder Tablet steuern, wobei die Bedienung schnell zugänglich ist und unterschiedliche Formen der Steuerung ermöglicht. Im Kontext von »Roberta Kahlo« steht jedoch weniger die Technik selbst im Vordergrund, sondern die Frage, wie sich künstlerische Gestaltung verändert, wenn ein Roboter als Akteur Teil des kreativen Prozesses wird.

Im Mittelpunkt der Methode steht weniger das fertige Bild als vielmehr das gemeinsame Experimentieren. Spannend ist, was während des Malens passiert: Wie reagieren die Teilnehmenden auf die Bewegungen des Roboters? Welche Ideen entstehen im Tun? Und wie verändert sich das eigene Gestalten durch das Zusammenspiel von Steuerung und Zufall? Unerwartete Spuren, kleine „Fehler“ oder überraschende Farbverläufe werden dabei nicht als Scheitern verstanden, sondern als Teil eines offenen ästhetischen Prozesses. So entsteht ein Erfahrungsraum, in dem Improvisation, Entdecken und gemeinsames Ausprobieren eine zentrale Rolle spielen.

Für die Umsetzung wird der Roboter in eine wasser- und farbdichte Hülle gepackt und als beweglicher Farbträger eingesetzt. Auf großen Papierbahnen am Boden entsteht eine gemeinsame Leinwand, auf die Farbe in kleinen Mengen aufgetragen wird. Der Roboter fährt durch die Farbspuren, nimmt Pigmente auf und hinterlässt beim Weiterrollen neue Linien, Muster und Bewegungsformen. So entstehen abstrakte Bilder, die zwischen Zufall und Entscheidung, Kontrolle und Offenheit pendeln. Der kreative Prozess wird zum Experimentierfeld: Wie viel lässt sich steuern? Was passiert unerwartet? Und welche ästhetischen Qualitäten entstehen gerade durch das Zusammenspiel von Mensch, Maschine und Material?

Im Anschluss bietet die Methode Raum für Reflexion – über Autorschaft und Gestaltung, über die Rolle von Technik in künstlerischen Prozessen und darüber, wie kreative Zusammenarbeit auch jenseits klassischer Werkzeuge neue Ausdrucksformen eröffnen kann.

Arbeitsmaterialdownload

Beteiligte

Projektleitung Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung: Nadia Boltes
Konzeption und Umsetzung: Mathias Magdowski und Thomas Schallschmidt, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Titelfoto: Christin Küster

Die Methode wurde im Rahmen der Servicestelle für digitale Kulturelle Bildung entwickelt.

gefördert durch: